Bild_Kirche_ADOX-Barytpapier

Barytpapier,
Foto-Barytpapier
Barytpapier ist die klassische Version des Fotopapieres.

Bis etwa in die 70iger Jahre des 20. Jhd. wurde ausschliesslich Barytpapiere zur fotografischen Ausarbeitung (Vergrößerung) verwendet.
Heutzutage unterscheidet man zwischen sogenannten PE/RC Papieren (PE= Polyethylen- Beschichtet, oder Englisch: RC=Resin Coated) welche eine Kunststoffschutzschicht haben und dem klassischen Barytpapier.

Die modernen Kunststoffbeschichteten Papiere zeichnen sich vor allem durch Anwenderfreundlichen Umgang aus. Die Polyethylene-Sperr-Beschichtung des Papierträgers auf der Rückseite und unter der Emulsion verhindert ein
Eindringen der Verarbeitungschemie in den Papierträger. Dadurch können diese Papiere mit wesentlich kürzeren Prozesszeiten, weniger Wasser- und Chemieverbrauch und ohne Planlageprobleme beim Trocknen verarbeitet werden.

Warum dann überhaupt noch Barytpapier benutzen ?

Antwort: Barytpapier hat auch wesentliche Vorteile gegenüber den PE Papieren.

Ein gut behandelter Print auf Barytpapier hält, richtig gelagert, schätzungsweise 300-500 Jahre. Lange vor Ablauf dieser Zeitspanne würde der Polyethylen- Träger des Kunststoffpapieres zerfallen.
Zudem wird das Weiss des Bildtones beim PE Papier über die Farbe des weissen Kunsstoffes bestimmt und sieht demzufolge "nach Plastik" aus.
Nicht zuletzt hat das Barytpapier einen wesentlich angenehmeren haptischen Eindruck. Man fasst richtiges, dickes Papier mit einer Gelatineschicht an.
Folgerichtig wird Barytpapier heutzutage vor allem von Museums-Archiven und Fotokünstlern benutzt, die Arbeiten in der Tradition der alten Meisterfotografen zu Ausstellungszwecken anfertigen.


Schwarzwaldmühle
Abb. Prospekt der Firma Mafi von 1940, Wässerungsmaschine "Schwarzwaldmühle" für
Fotobarytpapiere.
Da sich der Papierfilz mit Fixierbad vollsaugt ist die gründliche Wässerung von
Barytpapieren wuchtig um gute Archivfestigkeit zu erlangen.


Seinen Namen hat das Barytpapier von der sogenannten Barytage, einer Schicht aus Barium-Sulfat welche dem Papier seinen Weisston verleiht
und die unter die Emulsion beschichtet wird.

Das geschieht bereits im Werk welches den Papierträger herstellt. Daher ist der Bildton eines Barytpapieres abhängig von der Effektivität des
Bleichverfahrens und der Barytage des Papierherstellers.

Die Hersteller von Papierunterlage für die Fotopapierproduktion bieten verschiedene Grammaturen (Gewicht des Trägers) und verschiedene Oberflächenbeschaffenheiten an.
So entstehen später in der Fotopapierfabrik Barytpapiere mit verschiedenen Oberflächen (z.B. glänzend oder matt, Reinweiss oder Chamois-Farben).

Hochglanzpresse
Abb. Trockenpresse/Glanzpresse für Barytpapiere der Firma Mafi um ca. 1940.
Da der Papierträger während des Trocknungsprozesses Spannungen aufbaut muss ein
Barytpapier im gegensatz zum PE Papier gepresst werden um trocken plan zu liegen.
Um Hochglanz zu erzielen benötigt man zusätzlich eine Hochglanzfolie.



Der größte Hersteller von Fotobarytpapierunterlage ist die Firma Schoeller. Hier beziehen z.B die Firmen ADOX, Foma, Forte, Ilford und Kentmere Ihre Roh-Papiere zum Beguß.

In der eigentlichen Fotopapierfabrik wird dann die Lichtempfindliche Schicht aufgegossen, die im wesentlichen aus einer Mischung von Gelatine und sensibilisierten Silbersalzen besteht.

Diese Lichtempfindliche Schicht kann nun wiederum verschieden Eigenschaften aufweisen.

Im Groben unterscheidet man sogenannte Warmtonpapiere von Neutralton- oder Kalttonpapieren.
Warmtonpapier erzeugen einen leicht bräunlichen Ton, und haben in der Regel eine mittelempfindliche Silberchlorid-Silberbromid Emulsion (auch Chlorbromsilberpapier genannt).
Diese Papiere differenzieren die Lichter tendenziell besser als Kalttonige Silberbromidemulsionen (auch Bromsilberpapier genannt).
Dafür sind die Silberbromidpapiere empfindlicher und erzeugen oftmals ein etwas tieferes Schwarz.

Daher werden Silberbromidpapiere tendenziell eher für Stadtlandschaften, Architektur und Reisefotografien-/ Reportagen verwendet.
Silberchlorid-Silberbromid Emulsion werden oft von Portrait- Akt- und Landschaftsfotografen verwendet.

Zusätzlich werden die jeweiligen Papiersorten noch in verschiedenen Härtegarden, den sogenannten Gradationen, produziert.
Moderne Barytpapiere werden zumeist in der Version eines Variokontrastpapieres gegossen.
Hierbei wird eine Mischemulsion aus hart arbeitenden blauempfindlichen Silberhalogeniden und weich arbeitenden grünempfindlichen Silberhalogeniden verwendet.
Über eine Lichtfilterung im Vergrößerungsgerät (mit Gelb wird blau gesperrt das Papier arbeitet also weich und mit Magenta wird Grün gesperrt, das Papier arbeitet also hart) kann nun der Kontrast des Papieres eingestellt werden.

Das hat verschieden Vorteile. Zuerst benötigt man von jeder Größe Fotopapier nur noch eine Packung und nicht 2-3 verschiedene Gradationen um den Print an den Negativkontrast anzupassen.
Zum anderen kann mann auf einem Bild verschiedene Gradationen anwenden. Dazu belichtet man einfach zweimal hintereinander mit verschiedenen Filtern auf das Papier und hält jeweils bestimmte Motivbereiche ab oder belichtet sie gezielt nach.
Auf diese Weise (Split-Printing-Verfahren) kann man z.B. einen härter gradierten Vordergrund mit einem leichten fein gezeichneten Wolkenhimmel auf das Papier bekommen, obwohl der Motivkontrast hoch ist.

Zum Schluss bekommen die meisten Papiere noch eine sogenannte Supercoating-Schicht (Schutzschicht) aus verdünnter Gelatine.

Diese Schutzschicht verleiht den glänzenden Sorten Ihren Glanz. Bei einigen besonders hochauflösenden Silberchloridpapieren (gering- empfindliche, hochauflösende Kontaktkopierpapiere)
lässt man diese Schicht weg. Auch benötigt man Schutzschichtfreies Papier für einige alternative Verarbeitungsprozesse wie z.B. den Bromöldruck.
Bei diesen Verfahren wird das Silberbild durch ein Farbstoffbild ersetzt bei welchem man sich die Quelleigenschaften der Gelatine zu nutzen macht um eine Relieff zu erzeugen welches dann
unterschiedlich hohe Farbanhaftungskapazitäten hat und so eine Graustufenbild erzeugt.


Schichtaufbau Schematisch



ADOX Barytpapier

ADOX BROM Fotopapier 1965