Mein erster Film....

 Wenn Sie hiermit durch sind lesen Sie doch auch die Profi Tips zur Filmentwicklung

Die Theorie hinter der Sache...

Einer der Unterschiede zwischen Fotograf und Knipser ist der, daß der Fotograf zumindest seine S/W Filme selber entwickelt (oder bei Fotoimpex fein durch den Hänger mit A49 Feinstkornentwicklung ziehen lässt...). Denn nur bei gut ausgetüftelter Abstimmung zwischen Motivkontrast-Belichtung und Filmentwicklung kommt hinterher das perfekt gezeichnete und optimal zu vergrößernde Negativ heraus. Alles andere ist mehr oder weniger "durchschnittlich" und könnte auch mit blindem  Vertrauen in die Reserven des Materials umschrieben werden. Die Negative werden unterschiedlich dicht und beim Vergrößern muss man stundenlang tüfteln und quer durch alle Gradationen gehen um ein halbwegs ordentliches Bild zu bekommen.
Aber gleich vorab: Filme selber entwickeln ist ungefähr so einfach wie Eier Kochen- Entwickelt man zu lange wird  der Film zu hart, entwickelt man zu kurz bleibt der Film weich.
Falsch machen kann man eigentlich nichts, vorausgesetzt man hält sich an die Verarbeitungshinweise. Schon das erste Ergebnis eigener Filmentwicklung sollte mindestens genausogut sein wie die 08/15 Maschienenfilmentwicklung von Foto-Billig (die wo nachher die schönen silbernen Aufkleber mitten  im ersten Bild kleben...). Neben der gezielten Kontraststeuerung*  kann man das Korn und Grauwertergebnis auch über die Wahl des Entwickler zusätzlich beeinflussen. Im Groben unterscheidet man zwischen sogenannten Ausgleichentwicklern die dann zwar Fehler vertuschen- den Belichtungsspielraum des Films gut ausnutzen und das Negativ 1a durchzeichnen (=kräftiges Negativ- leicht zu vergrößern) aber leider immer etwas grobkörniger arbeiten und sogenannten Feinstkornentwicklern. Diese Entwickler "gehen nicht so rann", schonen das Silberkorn und arbeiten dadurch feinstkörnig. Das Negativ ist zarter, der Empfindlichkeitsspielraum des Films geringer ausgenutzt, überbelichtete Lichter fressen eher aus, unterbelichtete Schatten saufen schneller ab. Wunderentwickler können angeblich beides. Der Anfänger greift natürlich lieber zu den Ausgleichgleichentwicklern wie z.B. Classic F09 oder zu einem Wunderentwickler wie A 49 oder Xtol.

*das Überentwickeln  unterbelichteter Filme führt zu erhöhtem Kontrast (=härtere Negative) und das, Unterentwickeln überbelichteter Negative führt zu geringerem Kontras (=bessere Grauwerte).

und so geht das dann:

Step 1) Film im Dunkeln  aus der Patrone holen und in die Plastikspirale einspulen. Spirale in die schwarze Dose, Deckel drauf und schon kann man das Licht wieder einschalten und im Hellen weitermachen.
 

Step 2) 20 grad warmen Entwickler  (Vorwärmen oder mit 20 grad-Wasser ansetzen) einkippen  und  dabei die Dose nach dem Einfüllen des Entwicklers mehrfach aufstossen, damit sich Luftbläschen nicht festsetzen können. Entsprechend der Tabelle (Kipprhytmus und Dauer ablesen) entwickeln.
Step 3) Wenn die Zeit (meistens 6-8 Minuten) um ist, den Entwickler ausgiessen (bei einmal-Entwicklern weg damit; bei Stammlösung zurück ins Fläschle) Stoppbad rein (sollte auch so um die 16-20 Grad haben). 30 Sekunden kippen und Stopbad zurück in die Flasche gießen.
Step 4) Fixierbad in die Dose (16-20 Grad) und lt. Vorschrift Fixieren (meistens 3-5 Minuten bei alle 30 sek.Kippen).
Step 5) Fixierbad zurück in die Flasche (Strich mit Edding auf die Flasche- nach 10 Strichen ist ein Liter Fix erschöpft) und Dose unter den Wasserhahn stellen. Am besten aufmachen und einen Plastiktrichter in das schwarze Plastikrohr in der Mitte stecken so daß eine schöne Strömung entsteht. bei 20 Grad so um die 20 Minuten wässern lassen. Bei kaltem Wasser deutlich länger (2X, 3X 4X ....).

Step 6) Wenn die Wässerungszeit um ist ein paar Spritzer Netzmittelkonzentrat in die Dose spritzen und den Film nochmal kräftig durchwaschen.Danach die Spiralen öffnen und den Film vorsichtig herausnehmen.  Mit einem Filmabstreifer VORSICHTIG abstreifen, damit keine Wasserreste übrigbleiben denn das führt zu den gefürchteten Kalkflecken auf dem Negativ.

(Siehe auch experten Tips !)

Step 7)  mit zwei Filmclips aufhängen und, möglichst ohne groß Staub aufzuwirbeln, trocknen lassen (im Zweifelsfall die Katze rauswerfen).

fertig !

Siehe auch die Profi Tips zur Filmentwicklung:


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